Was kostet Wohnen gegen Hilfe wirklich? Ein Rechenbeispiel

Wie viel Hilfe ist ein Zimmer wert? Ein Rechenbeispiel macht das Prinzip greifbar. Eine alleinlebende Frau im Rentenalter bewohnt ein Haus mit 120 Quadratmetern. Zwei Zimmer mit zusammen 30 Quadratmetern stehen leer. Eine Studentin zieht ein.
Die Faustregel
Als Orientierung hat sich eine einfache Äquivalenz bewährt: rund eine Stunde Alltagshilfe pro Monat je überlassenem Quadratmeter. Bei 30 Quadratmetern wären das etwa 30 Stunden im Monat — also sechs bis acht Stunden pro Woche: zweimal einkaufen, dreimal warm kochen, Gartenarbeit, Hilfe mit dem Tablet. Die Nebenkosten (Strom, Heizung, Wasser) werden verbrauchsorientiert geteilt oder als fester Anteil in einer reduzierten Warmmiete zusammengefasst.
Was beide Seiten davon haben
Die Studentin wohnt für einen Bruchteil des Marktpreises — in Berlin kosten WG-Zimmer regelmäßig über 500 Euro kalt — und spart sich einen Großteil des Nebenjobs. Die Vermieterin bleibt in ihrem Haus, die schweren Dinge des Alltags sind verteilt, und abends ist jemand da. Beide gewinnen etwas, das auf keinem Konto auftaucht: Gesellschaft.
Wichtig: Die Faustregel ersetzt keine Vereinbarung
Bei WohnTandem wird nie pauschal gerechnet: Was gilt, legen beide Seiten im moderierten Erstgespräch mit der Fachkraft fest — Miete, Stundenzahl, konkrete Aufgaben und Zeiten, alles schriftlich, mit acht Wochen Probewohnen. Und wie immer gilt: Pflegeleistungen sind nie Teil der Rechnung. Die übernehmen externe Fachleute — damit das Tandem eine Wohnpartnerschaft bleibt und kein Abhängigkeitsverhältnis wird.
Quellen
- BAG Katholische Jugendsozialarbeit: Wohnen als soziale Frage
- Statistisches Bundesamt: Haushalte 65+ haben pro Kopf den meisten Wohnraum