6 Millionen leben allein: Wie Deutschland im Alter wohnt

Rund 6 Millionen Menschen ab 65 lebten 2022 allein in ihrem Haushalt — gut ein Drittel dieser Altersgruppe. Bei den Hochaltrigen ab 85 wohnt mehr als jede zweite Person allein, meist nach dem Tod des Lebenspartners. Und fast alle bleiben zu Hause: 96 Prozent der Menschen ab 65 leben in Privathaushalten, nicht in Heimen.
Die Wohnung passt oft nicht mehr
Das Zuhause, in dem man bleiben will, ist selten aufs Älterwerden vorbereitet: In 81 Prozent der Seniorenhaushalte fehlt ein stufenloser Zugang zur Wohnung. Nur 6 Prozent erfüllen grundlegende Kriterien für barrierearmes Wohnen — ausreichende Türbreiten, ebenerdige Dusche. Zwölf Prozent erfüllen kein einziges dieser Kriterien.
Allein bleiben, ohne allein zu sein
Zwischen „allein in vier Zimmern" und „Umzug ins Heim" gibt es mehr Optionen, als die Debatte oft suggeriert. Ein Wohn-Tandem ist eine davon: Jemand zieht in ein freies Zimmer, hilft ein paar Stunden pro Woche im Alltag — und ist da, wenn etwas passiert. Für Angehörige, die weiter weg wohnen, ist das oft die größte Entlastung: zu wissen, dass jemand im Haus ist.
Wichtig bleibt die Grenze: Alltagshilfe ist keine Pflege. Wo Pflege gebraucht wird, organisiert die begleitende Fachkraft professionelle Unterstützung von außen — das Tandem ergänzt sie um das, was Pflegedienste nicht leisten können: Zeit, Gesellschaft und ein belebtes Zuhause.
Quellen
- Statistisches Bundesamt: In fast jedem dritten Haushalt leben ältere Menschen
- Statistisches Bundesamt: Haushalte 65+ haben pro Kopf den meisten Wohnraum